Blauzungenkrankheit
Kurzinfo zur Blauzungenkrankheit (BTV)
Die Blauzungenkrankheit (Bluetongue-Virus, BTV) ist eine durch stechende Insekten der Gattung Culicoides (Gnitzen) übertragene virale Infektionskrankheit. Sie betrifft vor allem Wiederkäuer wie Rinder, Schafe, Ziegen, Büffel sowie Wildwiederkäuer, kann jedoch auch Kameliden wie Lamas und Alpakas infizieren.
Der Krankheitsverlauf reicht von symptomlosen Infektionen bis hin zu schweren, teils tödlichen Verläufen. Schafe und Rinder sind in der Regel stärker betroffen als Ziegen.
Derzeit sind weltweit rund 30 Serotypen des Virus bekannt, von denen zahlreiche nach tierseuchenrechtlichen Vorgaben überwacht oder reglementiert werden. In Deutschland treten derzeit insbesondere die Serotypen 3, 4 und 8 auf.
Zu den typischen klinischen Symptomen zählen:
hohes Fieber
vermehrter Speichelfluss
Schwellungen im Kopfbereich
Entzündungen der Schleimhäute (Maul, Nase, Augen)
Lahmheiten (häufig durch Klauenveränderungen, z. B. Entzündungen am Kronsaum oder im Zwischenklauenspalt)
Milchrückgang
Gewichtsverlust
in Einzelfällen eine bläuliche Verfärbung von Zunge, Maul oder Zitzen
Während Schafe und Rinder häufig schwerere Krankheitsverläufe zeigen, können Infektionen bei Ziegen sowohl symptomlos als auch klinisch auffällig verlaufen. Die Ausprägung der Erkrankung ist individuell sehr unterschiedlich und reicht von milden Symptomen bis hin zu schweren Verläufen mit erheblichen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen.
Neben den klassischen Symptomen werden aus der Praxis auch weitere klinische Veränderungen beschrieben, beispielsweise deutliche Milchrückgänge, Euterveränderungen sowie gesundheitliche Probleme bei neugeborenen Kitzen. Die Ursachen können im Einzelfall unterschiedlich sein und sollten tierärztlich abgeklärt werden.
Für den Menschen sowie für andere Haustiere ist die Blauzungenkrankheit ungefährlich. Fleisch und Milch von infizierten Tieren können bedenkenlos verzehrt werden.
Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier findet nicht statt; die Infektion erfolgt ausschließlich über Vektoren, insbesondere Gnitzen.
Vorbeugende Maßnahmen zielen in erster Linie auf den Schutz vor Insektenstichen ab, insbesondere in der warmen Jahreszeit (Frühjahr bis Herbst, bei mildem Klima auch darüber hinaus). Dazu gehören:
Hygienemaßnahmen im Stall- und Hofbereich
Einsatz zugelassener Insektizide, Repellentien oder Pour-on-Präparate gemäß Herstellerangaben
Reduzierung feuchter Brutstätten für Gnitzen im Stall- und Weidebereich
Vermeidung von Weideflächen in unmittelbarer Nähe stehender Gewässer, soweit möglich
Aufstallung während der Hauptflugzeiten der Gnitzen, sofern betrieblich umsetzbar
Impfung gefährdeter Tiere
Die Kombination aus Impfung, konsequentem Insektenschutz, geeigneten Biosicherheitsmaßnahmen und einer guten Bestandsführung stellt derzeit die wirksamste Strategie dar, um das Risiko einer Infektion zu verringern und den eigenen Bestand sowie die Ziegenhaltung insgesamt bestmöglich zu schützen.
Förderung
Bayerische Tierseuchenkasse (TSK)
Die BTV-3 Impfungen der Ziegen werden auch in 2026 mit 1,00 € pro Tier und Impfung bezuschusst. Hier der Antragsdownload (TSK_PDF, online Ausfüllbar)
Weiterführende Informationen:
Das Paul-Ehrlich-Institut hat die Immunologischen Tierarzneimittel und Impfstoffe für Rinder gelistet, darunter sind auch einige zugelassene Tierarzneimittel, Impfstoffe für Schafe und Ziegen. Hier der Link
Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH)
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)und
Ansprechpartner & Beratung
Tiergesundheitsdienst Bayern e.V. (TGD)







