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Fütterung

 

Eine bedarfsgerechte Fütterung ist eine wichtige Grundlage für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden der Ziege. Dabei unterscheiden sich die Anforderungen je nach Alter, Körpergewicht, Leistung und Haltungsform.

 

Ziegen sind als Wiederkäuer auf eine ausreichende Versorgung mit strukturreichem Futter angewiesen. Gleichzeitig sind sie selektive Fresser: Sie wählen bevorzugt schmackhafte und nährstoffreiche Bestandteile aus ihrem Futterangebot aus.

 

 

 

Das Wichtigste auf einen Blick

 

 

Raufutter bildet die Grundlage

 

Eine abwechslungsreiche und qualitativ hochwertige Raufutterversorgung bildet die Basis der Ziegenfütterung.

 

Geeignetes Futter kann – abhängig von Haltungssystem und Jahreszeit – insbesondere sein:

  • einwandfreies, hygienisch hochwertiges Heu,

  • Weidegras,

  • Grassilage bzw. Heulage,

  • geeignetes Futterstroh sowie

  • geeignete, ungiftige Gehölze, Zweige und Blätter.

     

Heu sollte den Ziegen grundsätzlich ganzjährig zur Verfügung stehen. Die LfL empfiehlt, insbesondere Heu mehrmals täglich vorzulegen und nicht darauf zu warten, bis der Futtertisch vollständig leer ist. Aufgrund des selektiven Fressverhaltens sind Futterreste einzuplanen.

 

 

 

Frisches und sauberes Wasser

 

Ziegen müssen jederzeit Zugang zu sauberem, frischem Trinkwasser haben.

 

Die Wasserversorgung sollte regelmäßig kontrolliert und die Tränken sauber gehalten werden. Bei höheren Leistungen und insbesondere bei laktierenden Tieren steigt der Wasserbedarf entsprechend an.

 

 

 

Mineralstoffe und Salz

 

Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Mineralstoffen, Vitaminen und Salz ist Bestandteil einer ausgewogenen Fütterung.

 

Welches Mineralfutter und welche Menge geeignet sind, hängt unter anderem von Ration, Leistung, Grundfutterqualität und Haltungsbedingungen ab. Eine pauschale Empfehlung für jedes Tier ist daher nicht sinnvoll.

 

 

 

Fütterung an den Bedarf anpassen

 

Die Futterration muss an die jeweilige Situation des Tieres angepasst werden.

 

Besonders zu berücksichtigen sind:

  • Alter und Körpergewicht,

  • Erhaltungsbedarf,

  • Wachstum und Aufzucht,

  • Trächtigkeit,

  • Laktation und Milchleistung,

  • Fleischleistung,

  • Gesundheitszustand,

  • Bewegungsumfang und

  • Qualität und Zusammensetzung des vorhandenen Grundfutters.

 

Eine Milchziege mit hoher Leistung benötigt beispielsweise eine andere Nährstoffversorgung als eine trockenstehende Ziege oder ein Jungtier.

 

Eine bedarfsgerechte Rationsgestaltung sollte deshalb möglichst auf Grundlage der tatsächlichen Futterqualität und des jeweiligen Tierbedarfs erfolgen.

 

 

 

Kraftfutter gezielt einsetzen

 

Kraftfutter kann insbesondere bei höheren Leistungen erforderlich sein. Menge und Zusammensetzung sollten jedoch immer zur vorhandenen Grundfutterration und zur Leistung des Tieres passen.

 

Bei laktierenden Ziegen empfiehlt die LfL, Kraftfutter auf die Grobfutterration abzustimmen und in angemessenen Einzelgaben zu verabreichen.

 

Mehr Kraftfutter bedeutet nicht automatisch mehr Leistung. Eine ausgewogene, wiederkäuergerechte Gesamtration ist entscheidend.

 

 

 

Futterumstellungen langsam durchführen

 

Der Pansen ist ein komplexes mikrobielles System. Die Mikroorganismen müssen sich an Veränderungen der Futterzusammensetzung anpassen.

 

Deshalb sollten Futterumstellungen grundsätzlich langsam und schrittweise erfolgen.

 

Das gilt insbesondere beim:

  • Wechsel von Stall- auf Weidefütterung,

  • Wechsel von Heu auf Silage oder umgekehrt,

  • Wechsel des Kraftfutters,

  • Übergang auf eine leistungsorientierte Ration sowie

  • Ein- und Ausschleichen einzelner Futtermittel.

  •  

Das bisherige Futter sollte dabei zunächst weiter angeboten und das neue Futter schrittweise eingemischt werden.

 

Abrupte Futterwechsel können die Pansenfunktion beeinträchtigen und sollten vermieden werden.

 

 

 

Ziegen sind selektive Fresser

 

Ziegen unterscheiden sich in ihrem Fressverhalten deutlich von klassischen Grasfressern.

 

Sie suchen gezielt nach schmackhaften und nährstoffreichen Bestandteilen und nehmen neben Gräsern gerne Kräuter, Blätter, Triebe und geeignete Gehölze auf.

 

Diese natürliche Selektionsfähigkeit sollte bei der Gestaltung der Futtervorlage berücksichtigt werden. Eine abwechslungsreiche Futterstruktur kann dazu beitragen, das natürliche Fressverhalten zu unterstützen.

 

Allerdings bedeutet dies nicht, dass beliebige Gehölze verfüttert werden dürfen. Giftige Pflanzen und ungeeignete Futtermittel müssen unbedingt ausgeschlossen werden.

 

Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite:

 

 

 

Futtervorlage und Fressplätze

 

Ziegen leben in einer ausgeprägten sozialen Rangordnung. Bei der Gestaltung der Fütterung sollte deshalb darauf geachtet werden, dass auch rangniedrigere Tiere ausreichend Zugang zum Futter erhalten.

 

Ausreichend dimensionierte und sinnvoll angeordnete Fressplätze können Konkurrenz und Unruhe reduzieren.

 

Auch eine strukturierte Stallgestaltung mit unterschiedlichen Liege- und Rückzugsmöglichkeiten trägt zu einer ruhigeren Herde bei.

 

 

 

Rationsberechnung und Futterbewertung

 

Wer seine Ziegen bedarfsgerecht füttern möchte, sollte die Qualität des vorhandenen Grundfutters kennen. Eine Futteranalyse kann dabei eine wichtige Grundlage für die Rationsplanung sein.

 

 

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) bietet umfangreiche Informationen zur Schaf- und Ziegenhaltung:

 

Rationsberechnung für Schafe und Ziegen

Die Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf stellen eine Rationsberechnung für die Fütterung von Schafen und Ziegen zur Verfügung. Die dort angebotene Version wurde zuletzt im März 2026 aktualisiert.

 

Bayerische Herdbuchgesellschaft für Schafzucht e.V. (BHG) - Rationsrechner des Instituts für Nutztierforschung. Auf der Seite wird ein kostenloser Rationsrechner für Schafe und Ziegen zu Verfügung gestellt.

 

 

Bei Fragen zur individuellen Fütterung und Rationsgestaltung können die zuständigen Fachberater sowie Tierernährungsberater weiterhelfen.

 

 

 

Hinweis: 

Die optimale Fütterung hängt immer von Tier, Leistung, Grundfutterqualität und Haltungsbedingungen ab. Allgemeine Empfehlungen können eine individuelle Rationsberechnung und fachkundige Beratung nicht ersetzen.

 

 

 

Weiterführende Informationen

 

Die meisten Fachbücher rund um die Ziegen, behandeln unter anderem auch das Thema Fütterung. 

 

 

 

Kontakt

Ziegenzuchtverband Bayern e.V.

(ZVB e.V.)
Senator Gerauer Str. 23a

85586 Poing-Grub

 

Telefon 089 537856

Fax 089 54887671
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