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Landschaftpflege mit Ziegen

 
Ziegen als Landschaftspfleger

 

Ziegen sind nicht nur vielseitige Nutztiere, sondern leisten auch einen wertvollen Beitrag zur Landschaftspflege und zum Erhalt artenreicher Kulturlandschaften. Aufgrund ihres natürlichen Fressverhaltens eignen sie sich besonders für Flächen, auf denen eine Verbuschung droht oder Gehölze zurückgedrängt werden sollen.

 

Durch ihre Vorliebe für Blätter, Triebe, Rinde und Gehölze können Ziegen dort eingesetzt werden, wo andere Weidetiere an ihre Grenzen stoßen. Auf geeigneten Flächen tragen sie dazu bei, Gehölzaufwuchs zurückzudrängen, offene Strukturen zu erhalten und wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu bewahren.

 

 

 

Landschaftspflege mit Ziegen – natürlich und nachhaltig

 

Viele extensiv genutzte Flächen unserer Kulturlandschaft sind heute von Verbuschung und Vergrasung bedroht. Werden solche Flächen nicht regelmäßig gepflegt, gehen offene Lebensräume und damit auch die dort vorkommende Artenvielfalt zunehmend verloren.

 

Ziegen können hier eine wichtige Aufgabe übernehmen. Durch die Beweidung werden Gehölze und unerwünschter Aufwuchs zurückgedrängt. Gleichzeitig entstehen durch den Verbiss und das unterschiedliche Fressverhalten der Tiere kleinräumig vielfältige Strukturen.

 

Besonders geeignet kann die Ziegenbeweidung beispielsweise für

  • verbuschende Magerrasen und extensive Grünlandflächen,

  • Streuobstwiesen,

  • Böschungen und Hanglagen,

  • ehemalige Weide- und Huteflächen,

  • lichte Wald- und Waldrandbereiche sowie

  • Flächen mit starkem Gehölzaufwuchs

sein.

 

Dabei ersetzt die Beweidung nicht grundsätzlich jede andere Pflegemaßnahme. Je nach Ausgangssituation kann eine Kombination aus Ziegenbeweidung, manueller Pflege und gegebenenfalls maschinellen Maßnahmen sinnvoll sein.

 

 

 

Die Ziege als „Gehölzpfleger“

 

Eine besondere Stärke der Ziege liegt in ihrem natürlichen Fressverhalten. Während Schafe überwiegend Gräser und Kräuter aufnehmen, suchen Ziegen gerne höher wachsende Pflanzen, Blätter und Gehölze auf.

 

Damit können sie insbesondere bei der Erstpflege von verbuschenden Flächen wertvolle Arbeit leisten. Gleichzeitig sorgt die Beweidung dafür, dass der nachwachsende Gehölzaufwuchs immer wieder zurückgebissen wird und Flächen langfristig offen gehalten werden können.

 

Für einen erfolgreichen Einsatz in der Landschaftspflege sind allerdings geeignete Tiere und eine angepasste Weideführung entscheidend. Gefragt sind unter anderem:

  • robuste und witterungstolerante Tiere,

  • eine gute Futterverwertung,

  • ein ruhiges und kontrollierbares Weideverhalten,

  • eine ausreichende Fruchtbarkeit,

  • gute Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Standorte und

  • ein ausgeprägtes Interesse an Gehölzen und strukturreicher Vegetation.

 

Ebenso wichtig sind eine fachgerechte Flächenauswahl, eine geeignete Einzäunung, eine ausreichende Wasserversorgung sowie die regelmäßige Kontrolle der Tiere.

 

 

 

Landschaftspflege und Tierhaltung verbinden

 

Die Beweidung mit Ziegen bietet die Möglichkeit, Tierhaltung, Landwirtschaft, Naturschutz und Landschaftspflege miteinander zu verbinden.

 

Für Tierhalter kann die Landschaftspflege eine zusätzliche Nutzungsmöglichkeit für Flächen darstellen, die landwirtschaftlich nur eingeschränkt genutzt werden können. Gleichzeitig profitieren die Flächen von der natürlichen Pflege durch die Tiere.

 

Richtig eingesetzt, können Ziegen dazu beitragen, charakteristische Landschaftsbilder zu erhalten und Lebensräume für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren zu sichern.

 

Damit leisten Ziegenhalter einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer vielfältigen und ökologisch wertvollen Kulturlandschaft.

 

„Die Ziegen weiden zur Freude von Mensch, Tier und Pflanze.“
Günther Dierichs

 

 

 

Landschaftspflege mit Ziegen in der Praxis

 

Die erfolgreiche Landschaftspflege beginnt nicht erst mit dem Auftrieb der Tiere. Vor jedem Einsatz sollte die Fläche hinsichtlich Vegetation, Größe, Gelände, Futterangebot, Giftpflanzen, Wasser- und Zaunmöglichkeiten sowie des gewünschten Pflegeziels beurteilt werden.

 

Auch die Besatzdichte und die Dauer der Beweidung müssen an die jeweilige Fläche angepasst werden. Ziel ist nicht ein möglichst starker Verbiss, sondern eine gezielte und nachhaltige Pflege, die den gewünschten Landschaftszustand erhält.

 

 

 

Weiterführende Informationen

 

Giftige Pflanzen für Ziegen
Informationen zu Pflanzen, die für Ziegen gefährlich oder giftig sein können.

 

 

Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) 

  • Online-Handbuch: Beweidung im Naturschutz

     

  • Beweidung mit Ziegen
    Das spezielle Kapitel „Beweidung mit Ziegen“ beschreibt unter anderem:

    • Ziegen als Erstpflegemaßnahme bei Verbuschung,

    • Einsatz auf Trockenrasen und steilen Hängen,

    • Gehölzverbiss,

    • Auswirkungen auf Vegetation und Fauna,

    • geeignete Beweidungsformen,

    • Grenzen der Ziegenbeweidung,

    • Kombination mit anderen Weidetieren,

    • Anforderungen an Weidemanagement und Zäunung

 

 

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz 

  • Naturschutz fördern - Natur stärken

    Landschaftspflege als wichtigen Bestandteil des Naturschutzes und nennt ausdrücklich die Förderung ökologisch wertvoller Lebensräume sowie Natura 2000 und den Biotopverbund BayernNetzNatur.

 

 

 

 

Kontakt

Ziegenzuchtverband Bayern e.V.

(ZVB e.V.)
Senator Gerauer Str. 23a

85586 Poing-Grub

 

Telefon 089 537856

Fax 089 54887671
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