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Giftige Pflanzen

 
Giftpflanzen erkennen und Vergiftungen vermeiden

 

Ziegen gelten als wählerische und vielseitige Fresser. Dennoch bedeutet ihr ausgeprägtes Fressverhalten nicht, dass sie giftige Pflanzen zuverlässig meiden. Je nach Pflanzenart, Jahreszeit, verfügbarem Futter und Zustand der Tiere können auch Ziegen giftige Pflanzen aufnehmen und daran erkranken.

 

Giftpflanzen können sowohl auf Weiden und Ausläufen als auch in Wiesen, Hecken und Futterbeständen vorkommen. Auch bei der Gewinnung von Heu oder anderen Futtermitteln können unerwünschte Pflanzen in das Futter gelangen.

 

Deshalb sollte jeder Ziegenhalter die wichtigsten Giftpflanzen kennen und seine Weide- und Futterflächen regelmäßig kontrollieren.

 

 

 

Besonders wichtig: Eibe und Kreuzkräuter

 

Einige Pflanzen stellen für Ziegen ein besonderes Risiko dar.

 

Eibe (Taxus baccata) ist beispielsweise hochgiftig. Bereits die Aufnahme vergleichsweise geringer Mengen kann zu schweren Vergiftungen und zum Tod führen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Schnittgut von Eibenhecken oder anderen giftigen Gehölzen in erreichbarer Nähe von Ziegen abgelegt wird.

 

Auch Kreuzkräuter, insbesondere das Jakobskreuzkraut, verdienen besondere Aufmerksamkeit. Die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide können insbesondere bei wiederholter Aufnahme zu schweren Leberschäden führen. Eine besondere Gefahr besteht, wenn Kreuzkräuter in Heu oder andere getrocknete Futtermittel gelangen, da die Tiere die Pflanzen darin nicht mehr zuverlässig aussortieren können.

 

 

 

Wo besteht ein Vergiftungsrisiko?

 

Giftpflanzen können auf unterschiedlichen Wegen in den Tierbestand gelangen:

  • auf Weiden und Auslaufflächen

  • an Wegrändern, Böschungen und Grundstücksgrenzen

  • in Hecken und angrenzenden Gehölzen

  • durch Schnittgut aus Garten- und Landschaftspflege

  • in Wiesen und Futterbeständen

  • im Heu und anderen konservierten Futtermitteln

  • durch zugekaufte Futtermittel oder verunreinigtes Pflanzenmaterial

 

Besondere Vorsicht ist nach Pflege- und Mäharbeiten geboten. Schnittgut unbekannter Herkunft sollte niemals für Ziegen erreichbar abgelegt oder verfüttert werden.

 

 

 

Vorbeugung beginnt mit der Kontrolle

 

Ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge ist die regelmäßige Kontrolle der Flächen.

 

Achten Sie insbesondere auf:

  • neu auftretende oder unbekannte Pflanzen

  • Giftpflanzen an Weidegrenzen und in Hecken

  • Schnittgut und Gartenabfälle in erreichbarer Nähe der Tiere

  • Verunreinigungen im Heu

  • Veränderungen auf Wiesen und Weiden nach Mäh- oder Pflegearbeiten

 

Unbekannte Pflanzen sollten zunächst eindeutig bestimmt werden, bevor sie als Futterquelle betrachtet werden.

 

Im Zweifel gilt: lieber nicht verfüttern.

 

 

 

Was tun bei Verdacht auf eine Vergiftung?

 

Wenn der Verdacht besteht, dass eine Ziege eine giftige Pflanze aufgenommen hat, sollte unverzüglich eine Tierärztin oder ein Tierarzt kontaktiert werden.

 

Mögliche Anzeichen einer Vergiftung können – abhängig vom aufgenommenen Giftstoff – unter anderem sein:

  • ungewöhnliches Verhalten oder Teilnahmslosigkeit

  • Fressunlust

  • Speicheln

  • Verdauungsstörungen

  • Durchfall

  • Bewegungsstörungen

  • Zittern oder Krämpfe

  • Atemprobleme

  • Kreislaufstörungen

  • plötzliches Festliegen oder Verenden

 

Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und sind nicht eindeutig einer bestimmten Pflanze zuzuordnen.

 

Wenn möglich, sollte die verdächtige Pflanze bzw. ein Pflanzenrest gesichert und für die tierärztliche Abklärung aufbewahrt werden. Auch Informationen darüber, welche Pflanzen erreichbar waren und wann eine mögliche Aufnahme stattgefunden haben könnte, können für die Behandlung hilfreich sein.

 

 

 

Giftpflanzen erkennen – Wissen schützt

 

Eine vollständige Aufzählung aller für Ziegen relevanten Giftpflanzen ist auf einer Homepage kaum möglich. Deshalb empfehlen wir, sich regelmäßig mit den auf den eigenen Weide- und Futterflächen vorkommenden Pflanzen auseinanderzusetzen.

 

Gerade bei Landschaftspflege mit Ziegen ist eine vorherige Einschätzung der Flächen besonders wichtig. Auch Auftraggeber und Grundstückseigentümer sollten darauf hingewiesen werden, dass Schnittgut und andere Pflanzenreste für die Tiere nicht zugänglich sein dürfen.

 

Wer seine Flächen kennt, mögliche Gefahren frühzeitig erkennt und unbekannte Pflanzen nicht leichtfertig verfüttert, kann viele Vergiftungen vermeiden.

 

 

 

Weiterführende Informationen

 

Botanikus – Giftpflanzen und Tiere

Eine Übersicht verschiedener Giftpflanzen und ihrer möglichen Auswirkungen auf Tiere.

 

AELF Allgäu – Merkblätter zu Giftpflanzen

Das AELF Allgäu stellt verschiedene Merkblätter zu einzelnen Pflanzenarten zur Verfügung, unter anderem zu:

 

 

Hinweis:
Diese Informationen dienen der allgemeinen Information und ersetzen bei einem konkreten Vergiftungsverdacht nicht die tierärztliche Untersuchung und Beratung.

 

 

 

Kontakt

Ziegenzuchtverband Bayern e.V.

(ZVB e.V.)
Senator Gerauer Str. 23a

85586 Poing-Grub

 

Telefon 089 537856

Fax 089 54887671
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