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Körung - Auswahl von für die Zucht bestimmten Ziegen

1. Körung von Ziegenböcken

1. Eine Körung dient zur Auswahl von für die Zucht bestimmter Rassen geeigneten Haustieren verschiedener Arten (Rinder, Pferde, Schweine, Ziegen etc.). Den Vorgang regeln Gesetze und Vorschriften von Zuchtverbänden. (wikipedia)

 

2. Voraussetzungen für die Körung auf den bayerischen Bockmärkten

Die Ziegen müssen reinrassig sein und die entsprechenden Abstammungsnachweise müssen vorliegen.


Soweit noch nicht erfolgt, müssen mit den Marktanmeldungen auch die Kennzeichnungs- und Wiegelisten eingereicht werden.


Die gesamte Ohrmarken-Kennzeichnung muss angegeben werden!

 

Der Züchter hat zu prüfen, ob die Mütter schon bewertet wurden, andernfalls müssen Sie den Fachberater bitten, dies nachzuholen. Beurteilungen bei Prämierungen, soweit sie nicht von einem bayerischen Fachberater vorgenommen wurden, sind nicht gültig.

 

Für die Züchter mit Milchziegenrassen gilt folgende Leistungsanforderung an die Bockmütter:

Leistungsanforderungen:

Böcke Milchziegenrassen

Die Bockmütter müssen bei der 240 Tage Leistung ab der zweiten Laktation folgende Mindestanforderungen erfüllen:

BDE und WDE                        45 kg Fett und Eiweiß, Milchwert mindestens 90

Andere Rassen                       40 kg Fett und Eiweiß

 

In der 1.Laktation sind die Mindestanforderung um 10 kg Fett und Eiweiß bei der jeweiligen Rasse reduziert. Bei Erstlingsziegen müssen beide Großmütter die geforderten Leistungen erbracht haben.

Liegt für eine Ziege eine 240-Tage-Leistung noch nicht vor, müssen beide Großmütter die gestellten Anforderungen erfüllen.

Die Bockmutter muss bewertet und in Zuchtwertklasse I oder II eingestuft sein.

 

Genetisch hornlose Böcke, soweit keines der Elterntiere behornt ist,  müssen auf Fruchtbarkeit untersucht werden

Entsprechend der o.g. Verordnung sind für den Zuchtwertteil Milchleistung die Leistungsmerkmale Fett- und Eiweißmenge und der Milchwert bestimmend, ermittelt in der 240-Tage-Leistungskontrolle.

(Siehe „Liste der Laktationen“, aus dem „Zwischenbericht“ und aus dem „Zuchtbuchblatt“).
 

 

3. Auf dem Markt aufgetriebene dürfen nur aus CAE-unverdächtigen und Pseudo Tuberkulose unverdächtigen Betrieben stammen (Nachweis durch gültige Bescheinigung) und die Tiere dürfen auch sonst keine Krankheiten aufzeigen. Sie werden am Markttag zusätzlich vom Veterinär untersucht.

 

3. Die Körung selbst

3.1. Körung der Tiere bei den Absatzveranstaltungen (Bayerischer Zuchtziegenmarkt)

 

Die Böcke und Ziegen unterliegen der Körung bzw. Bewertung.
Die Körung wird durch die vom Ausschuss des Landesverbandes bestimmte Körkommission vollzogen und das Ergebnis wird öffentlich bekannt gegeben.

 

Zur Körkommission gehören der Zuchtleiter, Fachberater, Vorsitzende der Bezirksverbände und weitere vom Verbandsausschuss bestellte Personen. Vor Beginn der Körung erfolgt eine Unterweisung der Körkommission durch den Zuchtleiter. Hierbei werden unter anderem neben den typischen Rassemerkmalen nach dem jeweiligen Zuchtstand auch Mängel besprochen, die es weiter auszumerzen gilt. So wird zum Bespiel seit einigen Jahren bei den Böcken der Milchziegen gezielt auch auf Neben- oder Beistriche geachtet, da die sich negativ auf die weibliche Nachzucht ausdehnen würden.

 

Die Böcke werden bei der Körung in die Zuchtwertklassen(ZWK) I, II, III und IV eingestuft. Berücksichtigt werden „Äußere Erscheinung, Rahmen und Bemuskelung“.

 

Bei den weiblichen Tieren werden die Äußere Erscheinung, Rahmen, (Bemuskelung freiwillig) und das Euter beurteilt, soweit die Tiere schon laktieren. Bei Jungziegen wird unter „Euter“ auf zwei korrekte Zitzen und eventuelle deformierte Euteransätze geachtet.

 

Tiere der ZWK IV werden aufgrund ihrer gravierenden Mängel nicht mehr über die Auktion versteigert. Bewertete Tiere mit ZWK IV sind „abgekört“, d.h. in der Ziegenzucht nicht einsetzbar.

 

In Bayern dürfen nur Böcke der ZWK I und II in die Herdbuchzucht eingesetzt werden. Hintergrund: Nur sehr gute Tiere sollen den Zuchtstand erhalten und soweit möglich verbessern. Böcke ab der ZWK III bedeuten aufgrund ihrer Mängel einen erheblichen Rückschritt in der Zucht!

 

3.2. Stallkörung

 

Oberstes Ziel des Landesverbandes ist es, dass möglichst alle zur Bewertung anstehenden Böcke bei der Absatzveranstaltung gekört werden. Erstens ist der Aufwand in zeitlicher und personeller Hinsicht bei der Stallkörung weitaus höher als bei der Marktkörung. Außerdem steht das Tier bei der Stallkörung in keiner Konkurrenz und keinem Vergleich zu den anderen Tieren. Darüber hinaus erhält die Körkommission einen noch besseren Überblick über den Zuchtstand.


Auch Böcke aus eigener Zucht für den eigenen Einsatz werden dort mit gekört. Bei ihnen steht dann im Katalog „ nur zur Körung“ und stehen nicht zum Verkauf.

 

Die Stallkörung, vorrangig der Böcke, soll deshalb nur eine Notlösung sein, wenn z.B. Tiere vor allem ins Ausland verkauft werden oder erst zu einem späteren Termin als den Markttermin in einem körfähigen Alter sind oder vom Züchter selbst erst später – aus dem Ausland -erworben worden sind.

 

3.3. Bewertung bei Landesziegenschauen oder ähnlichen Veranstaltungen

 

Bewertungen, vorrangig der weiblichen Tiere, werden nur anerkannt, wenn auch ein/e bayerische/r Fachberater/in an der Beurteilung der Tiere bei diesen Veranstaltungen mitgewirkt hat.

 

 

4. Einteilung in die Zuchtwertklassen

4.1. Die Ziegenbeurteilung

 

Die Beurteilung der Tiere,
Böcke : Äußere Erscheinung oder Form, Rahmen und Bemuskelung
Ziegen/Jungziegen: Äußere Erscheinung, Rahmen, Bemuskelung (freiwillig), Euter,
erfolgt nach einer Notenskala von 1 bis 9, wobei die Note 9 die höchste darstellt

Zuchtwertklassen:

I         alle mindestens Note 7
II        alle mindestens Note 6
III        alle mindestens Note 5
IV        eine Note 4 oder weniger (z.B. theoretisch Bock trotz 2 x Note 9 eine Note 4 oder weniger wegen einem gravierenden Mangel)

 

Ziegenbeurteilung

Äußere Erscheinung
Form, Typ, Fundament
Rahmen
Länge, Tiefe Größe
Note Bemuskelung
Keule, Rücken, Lende,
Fettansatz
Euter
Größe, Sitz, Strichstellung,
Strichform
Rücken. Becken. Schulter. Fundament ohne Mängel dem Zuchtziel voll entsprechend 9 ausreichend bemuskelt völlig gleichmäßig, geräumig, straff, erwünscht: Strichstellung und -form (nur ab 2. Lakt.) ohne Nebenstriche
vereinzelte, unwesentliche Mängel insgesamt gut im Rahmen 8 voll bemuskelt. leichte Verfettung ausgezeichnetes Euter/Striche
einige leichtere Mängel nicht voll entsprechend 7 gut bemuskelt, stärkere Verfettung gutes Euter, leicht gespalten.
Nebenstriche zulässig
leichtere Mängel mil der Veranlagung zu spater starker ausgeprägten Mangel ausreichend im Rahmen 6 leichte Mängel in der Muskelfülle, starke Verleitung leichte Mängel in Silz und Strichform, nicht ganz gleichmäßig
durchschnittliche Erscheinung mit Mängeln, wie: abgezogenes Becken, hessig. Fessel leicht nachgebend durchschnittlich 5 durchschnittliche, mittlere Bemuskelung durchschnittlich, leichtere Mängel
in Größe, Sitz, Strichform nicht
ganz gleichmäßig
deutlicher Mangel in wirtschaftlich wichtigem Merkmal im Rahmen unter-
durchschnittlich, bzw. überrahmig
4 Mängel in der Muskelfülle, schmal größere Mängel, lockerer Sitz.
fleischig, ungleich. Mängel in Strichform
ausgeprägte Mangel in wirtschaftlich
wichtigen Merkmalen
im Rahmen nicht mehr entsprechend 3 mangelhafte Bemuskelung klein, sehr locker, stark ungleich, schlechte Strichform
starke Verbrauchter sehe in ungen klein, kurz 2 schlechte Bemuskelung größere Mängel
Erbmängel Zwergwuchs 1 sehr schlechte Bemuskelung erhebliche Mängel

 

Tabelle aus Brehms Buch „Exterieurbeurteilung landwirtschaftliche Nutztiere“

 

4.2. Reihung der Tiere


Nur innerhalb der Tiere der Zuchtwertklasse I erfolgt dann bei den Absatzveranstaltungen noch eine Reihung der Tiere, d. h. es wird zum Schluss der Wertung von der Körkommission festgelegt, welcher Bock/welche Ziege an erster, zweiter, dritter, usw. Stelle steht.
Dies ist erkenntlich an der Wertung Ia, Ib, Ic, usw. oder IIa, IIb, IIc, usw.

 

Der beste Bock (oder seltnerer auch die beste Ziege) der Veranstaltung wird von der Körkommission als Sieger der Veranstaltung ausgelobt und eventuell mit entsprechenden Sonderpreisen belegt.

 

Bei den Landesziegenschauen u. ä. wird genauso verfahren. Hier werden oft noch Ziegen nach weiteren Wertungen gelistet:

 

Bester Bock oder Ziege der Milchziegenrassen, Fleischziegenrassen, Extensivrassen,
Klassensieger innerhalb bestimmter Gruppen (Rassen oder Alter oder …)
Beste Züchtersammlung ... usw.

 
5. Fehlerhafte Tiere

Nachfolgend werden Zug um Zug Zeichnungen und Fotos eingestellt, die gravierende Mängel und Anomalien der Ziegen zeigen und in der Regel zum Zuchtausschluss führen.

 

Gleichzeitig bitten wir Sie uns Fotos mit einer kurzen Beschreibung zukommen zu lassen ( ) die Fehler bei Tieren zeigen und die wir dann hier veröffentlichen dürfen. Vielen Dank!

 

5.1 Bock mit Ansatz vier Hörner:

 

Ziegen aller vom Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter (BDZ) anerkannter Rassen haben nur 2 Hörner, dieser Weiße Deutsche Edelziege (WDE) -Bock zeigt jedoch vier Ansätze und gehört deshalb aus der Zucht ausgeschlossen.

5.2 Zwitterbildung (Zwischengeschlechtlichkeit)

 

Unter der Nachzucht bei Ziegen befinden sich auch manchmal zwischengeschlechtliche Tiere, die weder als rein männlich noch als rein weiblich sind. Häufiger war dies früher als immer wieder nur rein mit hornlosen  Ziegen und Böcken gezüchtet wurde und das oft noch sehr eng in der Blutlinie. Gehörnte Tieren war lange Zeit von der Zucht ausgeschlossen. Eine wesentliche Verbesserung wurde durch den Einsatz von gehörnten Ziegen und Böcken erreicht. Die Zwitterbildung nahm wieder stark ab. Dennoch finden sich immer wieder einmal zwischengeschlechtliche Tiere.

 

Sind offenkundige Zwitter noch leicht zu erkennen, so wird erst oft sehr spät, im zuchtfähigen Alter, erkannt, dass das Tier ein so genannter „Innenzwitter“ ist. Tiere, die äußerlich vollständig weiblich sind, aber männliche Geschlechtsdrüsen eingelagert haben. Oft sind gerade dies besonders kräftige formschöne Tiere, die man mit großen Züchterhoffnungen decken lässt…..um dann erst bei der Schlachtung die Zwitterbildung zu erkennen.


Auch milchgebende Ziegenböcke sind bekannt (siehe Foto)
Auszug Dr. Ringler, Erfolgreiche Ziegenzucht und –haltung)

5.3 Saumaul

 

Immer wieder gibt es Ziegen, die eine starke Verkürzung des Unterkiefers gegenüber dem Oberkiefer haben. Dieser Erbfehler kann nicht geduldet werden und führt zum Zuchtausschluss (Abkörung).

 

Nur normale, gut entwickelte „Freßorgane“ sind Voraussetzung für eine gute Futteraufnahme und einer entsprechenden Leistung (Dr.Ringler, Erfolgreiche Ziegenzucht und –haltung).

5.4 Mehrere Striche bei Milchziegen und Milchziegenböcken:

 

Die Milchziege hat zwei Striche. Alles andere sind Anomalien und führen zur Ausschluss, da sich diese Fehler auch hartnäckig vererben.


Der Bock ist die halbe Herde“. Gerade deshalb ist darauf zu achten, dass nur Böcke ohne Mängel in die Zucht eingesetzt werden.


Es werden deshalb seit einigen Jahren beim bayerischen Bockmarkt bei der Körung alles Tiere genau nach diesen Fehlern abgesucht und  darauf geachtet, dass nur Böcke und Ziegen mit zwei Zitzen in die Wertung kommen.


Fehlerhafte Tiere – hier ein Jungbock mit vier Zitzen - wie das nebenstehende Bild zeigt, führen unweigerlich zum Ausschluss von der Zucht.

5.5 Nabelbruch, Nabelentzündungen

 

Böcke mit Nabelentzündungen oder Nabelbruch gehören nicht aufgetrieben. Sie können das Tier gesundheitlich stark beeinträchtigen, zur Unfruchtbarkeit  führen. Oft zeigen diese Tiere auch eine verminderte Deckbereitschaft. Diese Tiere sind aus der Zucht auszuschließen. Siehe Bild.

Kontakt

Landesverband Bayerischer
Ziegenzüchter (LBZ e.V.)
Senator Gerauer Str.23a

 

Telefon 089 537856

Fax 089/54887671
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