Milzbrand (eine Zoonose)
- (Anthrax)
Informationen für Ziegenhalter
Milzbrand (Anthrax) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Bacillus anthracis verursacht wird. Die Erkrankung betrifft vor allem pflanzenfressende Tiere wie Rinder, Schafe und Ziegen, kann aber grundsätzlich auch andere Säugetiere sowie den Menschen infizieren.
Deutschland gilt grundsätzlich nicht als Milzbrandgebiet. Dennoch können vereinzelt Erkrankungen auftreten, insbesondere in Regionen, in denen der Erreger über viele Jahre im Boden überdauert hat. Deshalb gehört Milzbrand zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen.
Warum ist Milzbrand so bedeutsam?
Die widerstandsfähigen Dauerformen des Erregers – sogenannte Sporen – können im Boden über Jahrzehnte überleben.
Werden sie von Weidetieren aufgenommen, kann es zu einer Infektion kommen. Aufgrund der Schwere der Erkrankung sowie der möglichen Übertragung auf den Menschen kommt der frühzeitigen Erkennung und Meldung eine besondere Bedeutung zu.
Welche Tiere können erkranken?
Empfänglich sind unter anderem:
Rinder
Schafe
Ziegen
Pferde
Wildwiederkäuer
Auch andere Säugetiere können erkranken.
Krankheitsanzeichen
Der Krankheitsverlauf kann sehr unterschiedlich sein. Häufig verläuft Milzbrand akut und führt innerhalb kurzer Zeit zum Tod.
Mögliche Krankheitsanzeichen sind:
hohes Fieber
starke Mattigkeit
Atemnot
Fressunlust
Taumeln
plötzliches Verenden
In einigen Fällen kann aus Körperöffnungen dunkel gefärbtes, schlecht gerinnendes Blut austreten.
Da diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, ist eine sichere Diagnose ausschließlich durch entsprechende Laboruntersuchungen möglich.
Wie wird Milzbrand übertragen?
Die Ansteckung erfolgt meist durch die Aufnahme von Milzbrandsporen aus der Umwelt.
Infektionsquellen können beispielsweise sein:
kontaminierter Boden
belastetes Futter
belastetes Wasser
Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier spielt eine untergeordnete Rolle.
Gefahr für den Menschen
Milzbrand ist eine Zoonose und kann auch den Menschen betreffen.
Eine Ansteckung erfolgt in der Regel nur durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Körperflüssigkeiten beziehungsweise Geweben.
Für Personen, die regelmäßig mit Nutztieren arbeiten, sind sorgfältige Hygienemaßnahmen und das Tragen geeigneter Schutzkleidung wichtige Vorsorgemaßnahmen.
Was ist bei einem Verdacht zu tun?
Besteht der Verdacht auf Milzbrand oder verendet ein Tier plötzlich ohne erkennbare Ursache, sollte keinesfalls eigenständig gehandelt werden.
Wichtig:
unverzüglich den Hoftierarzt oder die Hoftierärztin informieren,
alternativ das zuständige Veterinäramt verständigen,
den Tierkörper nicht öffnen,
den Fundort möglichst unverändert belassen,
direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten vermeiden.
Eine frühzeitige Meldung ermöglicht eine schnelle Abklärung und trägt dazu bei, Mensch und Tier wirksam zu schützen.
Vorbeugung
Da Milzbrand in Deutschland nur sehr selten auftritt, stehen allgemeine Vorsorgemaßnahmen im Vordergrund.
Hierzu gehören insbesondere:
Tiere regelmäßig beobachten,
ungeklärte Krankheits- oder Todesfälle tierärztlich untersuchen lassen,
tote Tiere nicht eigenständig öffnen,
Hygienemaßnahmen konsequent einhalten,
behördliche Anordnungen beachten.
Aktuelle Informationen
Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem beim:
Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) - Milzbrand
Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) - Milzbrand
Hinweis
Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung oder behördliche Anordnungen.
Maßgeblich sind stets die aktuell geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie die Anweisungen der zuständigen Veterinärbehörden.
Gut zu wissen
Milzbrand tritt in Deutschland nur sehr selten auf. Dennoch kann der Erreger in Form widerstandsfähiger Sporen über viele Jahre im Boden überleben. Deshalb sollte jedes plötzliche und ungeklärte Verenden eines Weidetieres tierärztlich abgeklärt werden.







