Q-Fieber (eine Zoonose)

 
Informationen für Ziegenhalter

 

Q-Fieber ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Coxiella burnetii verursacht wird. Die Erkrankung kommt weltweit – mit Ausnahme weniger Regionen – vor und zählt zu den sogenannten Zoonosen, da sie vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann.

 

Schafe und Ziegen spielen als Reservoirwirte eine wichtige Rolle. Die meisten infizierten Tiere zeigen keine oder nur geringe Krankheitsanzeichen. Dennoch können sie den Erreger ausscheiden und dadurch andere Tiere oder Menschen infizieren.

 

 

 

Warum ist Q-Fieber für Ziegenhalter wichtig?

 

Während viele Ziegen selbst keine sichtbaren Krankheitssymptome entwickeln, kann eine Infektion insbesondere bei trächtigen Tieren zu:

  • Spätaborten,

  • Totgeburten,

  • der Geburt lebensschwacher Kitze und

  • Fruchtbarkeitsstörungen

führen.

 

Im Vergleich zu Schafen wird bei Ziegen häufiger über Aborte infolge einer Infektion berichtet.

 

 

 

Wie wird Q-Fieber übertragen?

 

Der Erreger wird vor allem während einer Geburt ausgeschieden.

 

Besonders hohe Erregermengen befinden sich in:

  • Nachgeburt,

  • Fruchtwasser,

  • Lochien (Geburtsflüssigkeit).

     

Darüber hinaus kann der Erreger auch über:

  • Milch,

  • Kot,

  • Urin

     

ausgeschieden werden. Da Coxiella burnetii in Staub und der Umwelt über längere Zeit infektiös bleiben kann, erfolgt die Ansteckung häufig durch das Einatmen erregerhaltiger Staubpartikel.

 

 

 

Krankheitsanzeichen bei Ziegen

 

Viele infizierte Tiere bleiben unauffällig.

 

Mögliche Anzeichen können sein:

  • Spätabort,

  • Totgeburt,

  • lebensschwache Kitze,

  • Fruchtbarkeitsstörungen,

  • in Einzelfällen Fieber oder Mattigkeit.

     

Eine Infektion kann nur durch entsprechende Laboruntersuchungen sicher nachgewiesen werden.

 

 

 

Schutzmaßnahmen

 

Eine gute Betriebshygiene trägt wesentlich dazu bei, das Infektionsrisiko zu verringern.

 

Empfohlen werden insbesondere:

  • Geburten möglichst hygienisch begleiten,

  • Nachgeburten und verunreinigte Einstreu umgehend entfernen und fachgerecht entsorgen,

  • beim Umgang mit Abortmaterial Schutzhandschuhe tragen,

  • Stallkleidung und Schuhwerk regelmäßig reinigen,

  • Hände nach Tierkontakt gründlich waschen,

  • Stallbereiche nach Aborten sorgfältig reinigen und desinfizieren.

     

Besondere Vorsicht ist während der Ablamm- und Ablammzeit geboten, da in dieser Zeit die höchsten Erregermengen ausgeschieden werden.

 

 

 

Gefahr für den Menschen

 

Q-Fieber kann auch Menschen infizieren.

 

Die Ansteckung erfolgt meist durch das Einatmen erregerhaltiger Staubpartikel. Besonders gefährdet sind Personen mit engem Kontakt zu Schafen und Ziegen, beispielsweise Tierhalter, Tierärzte oder Helfer bei Geburten.

 

Bei Menschen äußert sich Q-Fieber häufig durch:

  • plötzliches hohes Fieber,

  • starke Kopf- und Gliederschmerzen,

  • grippeähnliche Beschwerden,

  • teilweise Lungen- oder Leberentzündungen.

 

Bei entsprechenden Beschwerden nach Kontakt mit Schafen oder Ziegen sollte ärztlicher Rat eingeholt und auf den Tierkontakt hingewiesen werden.

 

 

 

 

Was ist bei einem Verdacht zu tun?

 

Kommt es in einem Bestand gehäuft zu Aborten oder werden ungewöhnliche Krankheitserscheinungen festgestellt, sollte umgehend die betreuende Tierarztpraxis informiert werden.

 

Durch geeignete Untersuchungen kann abgeklärt werden, ob Q-Fieber oder eine andere Erkrankung als Ursache infrage kommt.

 

 

 

Weiterführende Informationen

 

Weiterführende Informationen zum Q-Fieber finden Sie unter anderem beim:

 

 

 

Hinweis

Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie die Empfehlungen der behandelnden Tierärztin oder des behandelnden Tierarztes.