Kitzaufzucht

 

Von der Geburt zum gesunden Jungtier

 

Die Kitzaufzucht ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Ziegenhaltung und sollte bereits vor Beginn der Ablammzeit sorgfältig geplant werden.

 

Je nach Rasse, Herdenstruktur, Fruchtbarkeit und Haltungsbedingungen können innerhalb weniger Wochen zahlreiche Kitze geboren werden. Damit steigt der Bedarf an Stallfläche, Futter, Arbeitszeit und finanziellen Mitteln erheblich.

 

Die Entscheidung über das Aufzuchtverfahren sollte deshalb nicht erst nach der Geburt der Kitze getroffen werden. Bereits vor Beginn der Ablammungen sollte feststehen, wie die Kitze versorgt, aufgezogen und später genutzt oder vermarktet werden sollen.

 

 

 

Den zusätzlichen Aufwand nicht unterschätzen

 

Mit der Geburt der Kitze erhöht sich die Zahl der zu versorgenden Tiere innerhalb kurzer Zeit deutlich. Neben den Muttertieren müssen die neugeborenen Kitze überwacht und versorgt werden.

 

Zusätzlicher Bedarf entsteht unter anderem für:

  • ausreichend Stall- und Buchtenfläche

  • geeignete Bereiche für unterschiedliche Altersgruppen

  • gegebenenfalls separate Bereiche für schwache oder kranke Tiere

  • Tränke- und Fütterungseinrichtungen

  • Milch beziehungsweise geeignete Tränke

  • Raufutter und weitere Futtermittel

  • Arbeitszeit

  • Reinigung und Hygiene

  • tierärztliche Versorgung

     

Besonders während der Ablammzeit kann der Arbeitsaufwand sehr hoch sein. Geburten müssen überwacht, Kitze versorgt und gekennzeichnet sowie Muttertiere und Jungtiere kontrolliert werden.

 

Auch die Versorgung schwacher oder erkrankter Kitze kann zusätzlichen Zeitaufwand erfordern.

 

Die Zahl der aufzuziehenden Kitze muss deshalb bereits bei der Planung der Herdengröße und der Arbeitsorganisation berücksichtigt werden.

 

 

 

BDE Ziege in Geburt mit bereits zwei Kitzen
 
Die ersten Stunden sind entscheidend

 

Nach der Geburt steht zunächst die Versorgung des neugeborenen Kitzes mit Biestmilch (Kolostrum) im Mittelpunkt.

 

Biestmilch liefert Energie und wichtige Immunglobuline und ist für die Entwicklung und den Schutz des neugeborenen Tieres von besonderer Bedeutung.

 

Es muss deshalb sichergestellt werden, dass jedes Kitz möglichst frühzeitig ausreichend hochwertige Biestmilch aufnimmt.

 

Besondere Aufmerksamkeit benötigen Mehrlingsgeburten sowie schwache oder wenig trinkfreudige Kitze. Gerade bei Drillings- oder Vierlingsgeburten sollte kontrolliert werden, ob jedes Kitz ausreichend Milch aufnimmt.

 

 

 

Welche Aufzuchtform ist geeignet?

 

Bei Ziegen werden unterschiedliche Aufzuchtverfahren praktiziert. 

 

Grundsätzlich lassen sich dabei insbesondere folgende Formen unterscheiden:

  • Aufzucht am Muttertier

  • getrennte beziehungsweise mutterlose Aufzucht

  • verschiedene Formen einer zeitweisen oder teilweisen Trennung von Mutter und Kitz

     

Keine dieser Varianten ist unabhängig von den betrieblichen Voraussetzungen pauschal für jeden Betrieb geeignet.

 

Bei der Entscheidung sollten insbesondere Tiergesundheit, Tierwohl, Arbeitsaufwand, die Versorgung der Kitze, Stallbedingungen und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden. Bei Milchziegen spielt zusätzlich die Nutzung der Milch eine wichtige Rolle.

 

Auch aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich mit den Auswirkungen unterschiedlicher Aufzuchtformen.

 

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) untersucht im Projekt MiZie unter anderem die Auswirkungen einer mutterlosen beziehungsweise muttergebundenen Aufzucht auf das Verhalten von Ziegenlämmern.

 

 

 

BDE Ziege mit Kitzen die trinken
 
Aufzucht am Muttertier

 

Bei der Aufzucht am Muttertier bleiben die Kitze über einen längeren Zeitraum bei ihrer Mutter und nehmen dort Milch auf.

 

Diese Form kann die separate Versorgung der Kitze vereinfachen und ermöglicht den Tieren den direkten Kontakt zur Mutter.

 

Bei Milchziegen steht die von den Kitzen aufgenommene Milch gleichzeitig nicht für die Vermarktung zur Verfügung.

 

Darüber hinaus müssen die Eutergesundheit der Muttertiere, die ausreichende Versorgung aller Kitze und die Organisation der Herde berücksichtigt werden.

 

 

 

Getrennte oder mutterlose Aufzucht

 

Bei der getrennten beziehungsweise mutterlosen Aufzucht werden die Kitze von den Muttertieren getrennt und anschließend unabhängig vom Muttertier über ein geeignetes Tränkesystem versorgt.

 

Dieses Verfahren ermöglicht eine gezielte Kontrolle der Milchaufnahme. In Milchziegenbetrieben erleichtert es außerdem die vollständige Nutzung der Milch der Muttertiere für die Vermarktung.

 

Gleichzeitig entsteht ein höherer Arbeits- und Organisationsaufwand. Tränke, Reinigung, Hygiene und Kontrolle der Kitze müssen zuverlässig organisiert werden.

 

Eine getrennte beziehungsweise mutterlose Aufzucht kann grundsätzlich bei jeder Nutzungsrichtung notwendig werden, beispielsweise wenn die Mutter nicht ausreichend Milch gibt, ein Kitz nicht ausreichend versorgt wird, die Mutter ihr Kitz nicht annimmt oder andere gesundheitliche beziehungsweise betriebliche Gründe dafür sprechen.

 

 

 

Teilweise oder zeitweise getrennte Aufzucht

 

Zwischen einer vollständigen Aufzucht am Muttertier und einer vollständigen Trennung gibt es verschiedene betriebliche Modelle.

 

Dabei können Mutter und Kitz beispielsweise zeitweise zusammengeführt oder für bestimmte Zeiträume getrennt werden.

 

Solche Systeme können unterschiedliche Vorteile miteinander verbinden, stellen aber ebenfalls besondere Anforderungen an die Organisation und die Kontrolle der Tiere.

 

Das geeignete Verfahren sollte immer zum jeweiligen Betrieb und zu den eigenen Zielen passen.

 

 

 

Biestmilchversorgung sicherstellen

 

Unabhängig vom späteren Aufzuchtverfahren hat die ausreichende Versorgung der Kitze mit Biestmilch eine zentrale Bedeutung.

 

Vor der Ablammzeit sollte deshalb geklärt sein:

  • Wie wird die Biestmilchversorgung unmittelbar nach der Geburt sichergestellt?

  • Wie wird kontrolliert, ob jedes Kitz ausreichend getrunken hat?

  • Wie werden Kitze aus Mehrlingsgeburten versorgt?

  • Wie wird mit schwachen oder nicht ausreichend trinkenden Kitzen umgegangen?

  • Stehen geeignete Fütterungs- und Tränkeeinrichtungen bereit?

 

Eine gute Vorbereitung ist besonders während der arbeitsintensiven Ablammzeit wichtig.

 

Praxistipp: 

Eine ausreichende Reserve an eingefrorener Biestmilch kann im Notfall sehr wertvoll sein. Wie viel Biestmilch dafür benötigt wird, lässt sich am besten anhand der Anzahl der zu erwartenden Kitze und der Erfahrungen aus den vergangenen Ablammzeiten einschätzen. Gerade bei Mehrlingsgeburten, schwachen Kitzen oder einer nicht ausreichenden Versorgung durch die Mutter sollte im Bedarfsfall ausreichend Biestmilch zur Verfügung stehen – bei der Vorratshaltung gilt daher eher: lieber etwas mehr als zu wenig.

Die Biestmilch sollte hygienisch gewonnen, möglichst portionsweise eingefroren und eindeutig gekennzeichnet werden.

 

 

 

Tränke und Milchversorgung

 

Bei einer getrennten Aufzucht benötigen die Kitze eine geeignete Milchtränke.

 

Je nach Betrieb können dafür unterschiedliche Tränkesysteme eingesetzt werden. Möglich sind beispielsweise die Einzeltränke mit Flasche oder Nuckel sowie verschiedene Gruppentränkesysteme.

 

Entscheidend ist nicht allein das verwendete System. Wichtig sind vor allem eine ausreichende und bedarfsgerechte Versorgung, hygienische Bedingungen, eine sichere Futteraufnahme und eine regelmäßige Kontrolle der Tiere.

 

Bei der Verwendung von Vollmilch oder Milchaustauschern sollten die jeweiligen Herstellerangaben und aktuelle fachliche Empfehlungen berücksichtigt werden.

 

Von pauschalen Tränkemengen oder Rezepturen ohne Berücksichtigung von Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und Aufzuchtverfahren sollte abgesehen werden.

 

 

 

Hygiene bei der Tränke

 

Junge Kitze reagieren empfindlich auf hygienische Mängel. Deshalb kommt der Reinigung und Hygiene bei der Tränke eine besondere Bedeutung zu.

 

Tränkeeimer, Nuckel, Schläuche und sonstige Fütterungseinrichtungen sollten regelmäßig und gründlich gereinigt werden.

 

Milch- und Tränkereste dürfen nicht unnötig lange in den Einrichtungen verbleiben. Auch bei der Zubereitung und Lagerung der Tränke ist auf hygienisch einwandfreie Bedingungen zu achten.

 

Bei Durchfall, Fressunlust, Schwäche oder anderen Auffälligkeiten sollte frühzeitig reagiert und gegebenenfalls tierärztlicher Rat eingeholt werden.

 

 

 

Haltung der Kitze

 

Für die Entwicklung der Kitze sind geeignete Haltungsbedingungen entscheidend.

 

Der Liegebereich sollte trocken, sauber und zugfrei sein. Gleichzeitig muss für ein geeignetes Stallklima und eine ausreichende Luftqualität gesorgt werden.

 

Neugeborene und insbesondere schwache Kitze können schnell auskühlen. Deshalb sollte ihnen ein geeigneter, trockener und geschützter Liegebereich zur Verfügung stehen. Bei Bedarf kann eine sichere zusätzliche Wärmequelle eingesetzt werden.

 

Mit zunehmendem Alter verändern sich die Ansprüche der Kitze. 

 

Die Gruppengröße, die verfügbare Liege- und Bewegungsfläche sowie die Fütterung sollten deshalb regelmäßig an die Entwicklung der Tiere angepasst werden.

 

 

 

Entwicklung zum Wiederkäuer

 

Kitze sind zunächst auf die Milchversorgung angewiesen. Mit zunehmendem Alter entwickelt sich jedoch das Verdauungssystem zum Wiederkäuer.

 

Deshalb sollte frühzeitig eine geeignete weitere Fütterung angeboten werden. Dazu gehören insbesondere:

  • hochwertiges und geeignetes Raufutter

  • geeignete Ergänzungs- beziehungsweise Aufzuchtfuttermittel

  • sauberes Trinkwasser

  • eine bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung

 

Die Futteraufnahme und die Entwicklung der Kitze sollten regelmäßig kontrolliert werden.

 

Ziel ist es, gesunde und gut entwickelte Jungtiere aufzuziehen, die entsprechend ihrer späteren Verwendung eingesetzt oder vermarktet werden können.

 

 

 

Gesundheitskontrolle

 

Eine regelmäßige Beobachtung der Kitze gehört zu den wichtigsten Aufgaben in der Aufzucht.

 

Auffälligkeiten wie

  • verminderte Trink- oder Futteraufnahme

  • Durchfall

  • Husten oder Atemprobleme

  • Teilnahmslosigkeit

  • Unterkühlung

  • verzögerte Entwicklung

  • Lahmheiten

sollten frühzeitig erkannt und abgeklärt werden.

 

Gerade in Gruppenhaltung ist eine tägliche Kontrolle wichtig, damit kranke oder schwache Tiere rechtzeitig erkannt und gegebenenfalls separat versorgt werden können.

 

 

 

Nachzucht gezielt auswählen

 

Ein Teil der Kitzaufzucht kann der Bestandsvermehrung, Bestandsverjüngung und züchterischen Weiterentwicklung dienen.

 

Bereits vor der Ablammzeit sollte festgelegt werden, wie viele Tiere für die eigene Nachzucht benötigt werden.

 

Welche Tiere für die Nachzucht ausgewählt werden, hängt von der jeweiligen Nutzungs- und Zuchtrichtung ab.

 

 

 

Milchziegen

 

Bei Milchziegen können insbesondere folgende Merkmale für die Auswahl der Nachzucht von Bedeutung sein:

  • Abstammung

  • Milchleistung und Inhaltsstoffe der Elterntiere

  • Gesundheitsstatus

  • Fruchtbarkeit

  • Eutermerkmale

  • Exterieur

  • Robustheit und Langlebigkeit

     

Dabei sollten die betrieblichen und züchterischen Anforderungen berücksichtigt werden.

 

Mehr zur Milchziegenhaltung:

 

 

 

Fleischziegen

 

Bei Fleischziegen können insbesondere folgende Merkmale eine Rolle spielen:

  • Abstammung

  • Wachstum und tägliche Zunahmen

  • Körperbau und Bemuskelung

  • Muttereigenschaften

  • Fruchtbarkeit

  • Gesundheitsstatus

  • Exterieur

  • Robustheit und Langlebigkeit

     

Auch hier sollte die Auswahl an den jeweiligen Zuchtzielen und betrieblichen Anforderungen ausgerichtet werden.

 

Mehr zur Fleischziegenhaltung: 

 

 

 

Ziegenhaltung ohne spezielles Leistungsziel

 

Nicht in jeder Ziegenhaltung steht eine bestimmte Produktionsleistung im Mittelpunkt. Die Auswahl und Aufzucht der Tiere kann sich dann an den persönlichen Vorstellungen des Halters, den jeweiligen Haltungsbedingungen und dem vorgesehenen Nutzungszweck orientieren. Ein bestimmtes Ziel hinsichtlich Milch- oder Fleischleistung muss dabei nicht verfolgt werden.

 

Diese Schwerpunkte schließen sich nicht gegenseitig aus. 

 

Gesundheit, Robustheit, Fruchtbarkeit, Langlebigkeit und gute Muttereigenschaften können in jeder Form der Ziegenhaltung von Bedeutung sein. Welche Eigenschaften besonders gewichtet werden, hängt von der jeweiligen Rasse, dem Betrieb sowie den persönlichen Vorstellungen und dem angestrebten Nutzungsziel ab.

 

Eine gezielte Nachzuchtselektion trägt dazu bei, die für den jeweiligen Betrieb gewünschten Eigenschaften langfristig zu erhalten und weiterzuentwickeln.

 

 

 

Was geschieht mit den übrigen Kitzen?

 

Nicht jedes geborene Kitz wird für die eigene Nachzucht benötigt.

 

Bereits vor Beginn der Ablammzeit sollte deshalb festgelegt werden, wie viele Tiere für die eigene Nachzucht benötigt werden und nach welchen Kriterien sie ausgewählt werden. Gleichzeitig sollte frühzeitig geplant werden, wie die übrigen Kitze weiter aufgezogen, genutzt oder vermarktet werden sollen.

 

Die Anforderungen unterscheiden sich dabei je nach Nutzungsrichtung. Während bei Fleischziegen die Aufzucht zur Erzeugung von Schlachtkörpern im Mittelpunkt stehen kann, kann insbesondere in der Milchziegenhaltung die Vermarktung nicht für die Nachzucht benötigter Kitze eine besondere wirtschaftliche Herausforderung darstellen.

 

Untersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft haben gezeigt, dass insbesondere die Aufzuchtkosten und die Vermarktung männlicher Ziegenkitze wirtschaftlich problematisch sein können. Gleichzeitig wurden verschiedene Ansätze zur Verbesserung der regionalen Vermarktung untersucht.

 

Eine frühzeitige Planung der weiteren Verwendung und Vermarktung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil einer gut organisierten Kitzaufzucht.

 
 

 

Kitzfleisch als regionales Produkt

 

Ziegenkitzfleisch kann eine Möglichkeit darstellen, den Wert der anfallenden Kitze zu erhalten und regionale Wertschöpfungsketten aufzubauen.

 

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat im Rahmen des Projektes zur Verbesserung der Aufzucht und Vermarktung von Ziegenkitzen unter anderem die regionale Vermarktungsinitiative „Allgoiß“ begleitet. Dabei wurden Ziegenkitze über Gastronomie und regionale Vermarktungswege angeboten.

 

Solche Ansätze zeigen, dass neben der reinen Aufzucht auch die Vermarktung und Verbraucheransprache wichtige Bausteine für eine bessere Wertschöpfung sein können.

 
 
Wirtschaftlichkeit der Kitzaufzucht

 

Bei der Planung der Kitzaufzucht sollten sämtliche Kosten berücksichtigt werden.

 

Dazu gehören insbesondere:

  • Milch beziehungsweise Tränke

  • weitere Futtermittel

  • Stall- und Buchtenfläche

  • Arbeitszeit

  • Energie und Wasser

  • Reinigung und Hygiene

  • Tierarztkosten

  • Verluste

  • gegebenenfalls Transport-, Schlacht- und Vermarktungskosten

 

Darüber hinaus muss bei Milchziegenbetrieben berücksichtigt werden, dass die von den Kitzen aufgenommene Milch nicht als Verkaufsprodukt zur Verfügung steht.

 

Die Wirtschaftlichkeit hängt deshalb nicht allein von den Futterkosten ab. Auch Arbeitswirtschaft, Tiergesundheit, Aufzuchtverluste, Schlachtkörperqualität und erzielbare Verkaufspreise spielen eine wichtige Rolle.

 

Die LfL weist in ihren Untersuchungen ausdrücklich darauf hin, dass für eine wirtschaftliche Kitzaufzucht neben kostengünstiger Fütterung und niedrigen Verlustraten auch eine ausreichende und möglichst kostendeckende Vermarktung notwendig ist.

 

 

 

Kitzaufzucht rechtzeitig vorbereiten

 

Vor Beginn der Ablammzeit sollten im Betrieb folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie viele Kitze werden voraussichtlich geboren?

  • Wie viele Tiere sollen für die eigene Nachzucht behalten werden?

  • Welches Aufzuchtverfahren soll angewendet werden?

  • Wie wird die Biestmilchversorgung sichergestellt?

  • Welche Tränkeeinrichtungen werden benötigt?

  • Steht ausreichend Stall- und Buchtenfläche zur Verfügung?

  • Wie wird die Hygiene organisiert?

  • Wer übernimmt die zusätzliche Arbeit während der Ablamm- und Aufzuchtzeit?

  • Welche Futtermittel werden benötigt?

  • Wie werden die nicht für die eigene Nachzucht benötigten Kitze weiter aufgezogen, genutzt oder vermarktet?

  • Ist die geplante Aufzucht wirtschaftlich darstellbar?

 

Eine gute Vorbereitung der Kitzaufzucht erleichtert die arbeitsintensive Ablammzeit und schafft wichtige Voraussetzungen für gesunde und gut entwickelte Jungtiere, die ihrem späteren Zucht- und Nutzungsziel entsprechen.

 

 

 

Weiterführende Informationen

 

Friedrich-Loeffler-Institut (FLI):
Tiergerechte Ernährung und Lämmeraufzucht in der ökologischen Milchziegenhaltung (MiZie) – aktuelles Forschungsprojekt zu Fütterung, Tierwohl und den Auswirkungen muttergebundener beziehungsweise mutterloser Aufzucht.

 

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL):
Verbesserung der Aufzucht und Vermarktung von Ziegenkitzen – Informationen und Projektergebnisse zur Kitzaufzucht und Vermarktung in Bayern.

 

LfL – Allgoiß:
Informationen zur regionalen Vermarktung von Ziegenkitzfleisch.