Pest der kleinen Wiederkäuer (PPR)
Informationen für Ziegenhalter
Die Pest der kleinen Wiederkäuer (PPR – Peste des petits ruminants) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Schafe und Ziegen betrifft. Sie zählt weltweit zu den wirtschaftlich bedeutendsten Tierseuchen bei kleinen Wiederkäuern.
Deutschland ist derzeit frei von der Pest der kleinen Wiederkäuer. Dennoch besteht durch den internationalen Tier- und Reiseverkehr grundsätzlich das Risiko einer Einschleppung. Deshalb sind Aufmerksamkeit, eine konsequente Biosicherheit und das frühzeitige Erkennen möglicher Krankheitsanzeichen von großer Bedeutung.
Warum ist die Pest der kleinen Wiederkäuer so bedeutsam?
Die Pest der kleinen Wiederkäuer wird durch ein Virus aus der Familie der Morbilliviren verursacht und ist eng mit dem früheren Rinderpestvirus verwandt.
Die Erkrankung breitet sich in empfänglichen Tierbeständen sehr schnell aus und kann – insbesondere bei Ziegen – schwere Krankheitsverläufe mit hohen Verlusten verursachen. Aus diesem Grund gehört sie zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen und wird im Seuchenfall konsequent bekämpft.
Welche Tiere können erkranken?
Besonders empfänglich sind:
Ziegen
Schafe
verschiedene Wildwiederkäuer
Ziegen zeigen häufig deutlich schwerere Krankheitsverläufe als Schafe.
Krankheitsanzeichen
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel vier bis sechs Tage.
Mögliche Krankheitsanzeichen sind:
hohes Fieber
Mattigkeit
Fressunlust
Nasen- und Augenausfluss
Entzündungen und Veränderungen der Maulschleimhaut
starker Durchfall
Atemwegsbeschwerden
Gewichtsverlust
Rückgang der Milchleistung
erhöhte Sterblichkeit, insbesondere bei Jungtieren
Nicht jedes Tier zeigt alle Symptome. Eine sichere Diagnose ist ausschließlich durch entsprechende Laboruntersuchungen möglich.
Übertragungswege
Die Übertragung erfolgt überwiegend durch engen Kontakt zwischen infizierten und empfänglichen Tieren.
Das Virus wird vor allem über:
Nasen- und Augensekrete
Speichel
Kot
andere Körperausscheidungen
übertragen.
Eine Einschleppung kann außerdem durch Tierverkehr oder den Kontakt mit infizierten Tieren aus betroffenen Regionen erfolgen.
Biosicherheit schützt den Tierbestand
Eine konsequente Biosicherheit ist der wirksamste Schutz vor einer Einschleppung der Pest der kleinen Wiederkäuer.
Hierzu gehören insbesondere:
Tiere nur aus sicheren Herkunftsbetrieben zukaufen,
Neuzugänge möglichst zunächst getrennt halten,
Stallhygiene konsequent einhalten,
betriebsfremde Personen nur wenn notwendig in den Stall lassen,
Tiergesundheit regelmäßig kontrollieren,
bei Krankheitsanzeichen unverzüglich tierärztlichen Rat einholen.
Was ist bei einem Verdacht zu tun?
Bei Verdacht auf die Pest der kleinen Wiederkäuer ist unverzüglich zu handeln.
Wichtig:
Hoftierarzt oder Hoftierärztin informieren.
Alternativ das zuständige Veterinäramt verständigen.
Keine Tiere verbringen oder verkaufen.
Den Personen- und Fahrzeugverkehr auf das notwendige Maß beschränken.
Eine schnelle Meldung ist entscheidend, um eine mögliche Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern.
Aktuelle Informationen
Aktuelle Informationen zur Seuchenlage sowie weiterführende fachliche Informationen finden Sie unter anderem bei:
Hinweis
Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung oder behördliche Anordnungen.
Maßgeblich sind stets die aktuell geltenden gesetzlichen Vorschriften sowie die Anweisungen der zuständigen Veterinärbehörden.