Maul- und Klauenseuche (MKS)

 
Informationen für Ziegenhalter

 

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die alle Paarhufer betrifft. Hierzu zählen insbesondere Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen, aber auch Kameliden wie Alpakas und Lamas sowie verschiedene wildlebende Tierarten, beispielsweise Rehe, Rotwild und Wildschweine.

 

Deutschland gilt derzeit als frei von der Maul- und Klauenseuche. Dennoch besteht durch den internationalen Reise- und Warenverkehr weiterhin das Risiko einer Einschleppung. Deshalb sind eine konsequente Biosicherheit, Aufmerksamkeit und das frühzeitige Erkennen möglicher Krankheitsanzeichen von großer Bedeutung.

 

 

 

Warum ist die Maul- und Klauenseuche so bedeutsam?

 

Die Maul- und Klauenseuche zählt weltweit zu den wirtschaftlich bedeutendsten Tierseuchen.

 

Sie verbreitet sich äußerst schnell und ist bereits vor dem Auftreten erster Krankheitsanzeichen ansteckend. Im Seuchenfall sind umfangreiche Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich, die erhebliche Auswirkungen auf Tierhaltungsbetriebe, den Tierverkehr und den Handel haben können.

 

Für den Menschen ist die Maul- und Klauenseuche keine gesundheitliche Gefahr. Unter den heute üblichen hygienischen Bedingungen geht auch von pasteurisierter Milch und daraus hergestellten Milchprodukten keine Gefahr für Verbraucher aus.

 

 

 

Welche Tiere können erkranken?

 

Empfänglich für die Maul- und Klauenseuche sind unter anderem:

  • Rinder                    

  • Schweine

  • Schafe

  • Ziegen

  • Alpakas

  • Lamas

  • Kamele

  • Rehe

  • Rotwild

  • Damwild

  • Wildschweine

 

 

Krankheitsanzeichen bei Ziegen

 

Im Vergleich zu Rindern verläuft die Maul- und Klauenseuche bei Ziegen häufig weniger auffällig. Gerade deshalb ist eine sorgfältige Beobachtung des Tierbestandes besonders wichtig.

 

Mögliche Krankheitsanzeichen sind:

  • Fieber

  • Mattigkeit

  • verminderte Futteraufnahme

  • vermehrter Speichelfluss

  • Bläschen oder schmerzhafte Veränderungen im Maul

  • Bläschen am Kronsaum oder zwischen den Klauen

  • Lahmheit

  • Rückgang der Milchleistung

 

Da diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, ist eine sichere Diagnose ausschließlich durch entsprechende Laboruntersuchungen möglich.

 

 

 

Übertragungswege

 

Die Maul- und Klauenseuche gehört zu den ansteckendsten Tierkrankheiten überhaupt.

 

Das Virus kann übertragen werden:

Direkt

  • von Tier zu Tier über Speichel, Milch, Kot oder Blasenflüssigkeit

     

Indirekt

  • über Kleidung und Schuhe

  • über Fahrzeuge und Viehanhänger

  • über Arbeitsgeräte und Ausrüstung

  • über Futter oder Einstreu

  • über nicht ausreichend erhitzte Fleisch- und Milchprodukte

  • über Personen, die Kontakt zu infizierten Tieren hatten

 

Da das Virus bereits vor dem Auftreten sichtbarer Krankheitsanzeichen ausgeschieden werden kann, kommt der Vorbeugung eine besondere Bedeutung zu.

 

 

 

Biosicherheit schützt den Tierbestand

 

Eine gute Biosicherheit gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um die Einschleppung von Tierseuchen zu verhindern.

 

Dazu gehören insbesondere:

  • betriebsfremden Personen den Zutritt zum Stall nur wenn notwendig ermöglichen

  • saubere Stallkleidung und betriebseigenes Schuhwerk verwenden

  • Besucher auf notwendige Hygienemaßnahmen hinweisen

  • Fahrzeuge, Viehanhänger und Arbeitsgeräte regelmäßig reinigen und gegebenenfalls desinfizieren

  • Tiere ausschließlich aus vertrauenswürdigen Herkunftsbetrieben zukaufen

  • Neuzugänge möglichst zunächst getrennt von der Herde halten

  • den Gesundheitszustand der Tiere täglich beobachten

  • Schadnager konsequent bekämpfen

 

Bereits einfache Hygienemaßnahmen können das Risiko einer Einschleppung deutlich reduzieren.

 

 

 

Was ist bei einem Verdacht zu tun?

 

Besteht der Verdacht auf eine Maul- und Klauenseuche, sollte unverzüglich gehandelt werden.

 

Wichtig:

  • den Hoftierarzt oder die Hoftierärztin informieren

  • alternativ das zuständige Veterinäramt verständigen

  • keine Tiere verbringen oder verkaufen

  • unnötigen Personenverkehr im Betrieb vermeiden

  • bis zur Klärung keine Tiere auf andere Betriebe verbringen oder aufnehmen

 

Eine frühzeitige Meldung schützt nicht nur den eigenen Bestand, sondern auch benachbarte Tierhaltungen.

 

 

 

Aktuelle Informationen

 

Die Seuchenlage kann sich jederzeit ändern.

 

Aktuelle Informationen sowie Handlungsempfehlungen finden Sie bei den zuständigen Fachbehörden:

  • Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF)

  • Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)

  • Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)

  • Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH)

 

 

Biosicherheitsmaßnahmen – Informationsflyer

Der von der Bayerischen Landestierärztekammer (BLTK) und der Federation of Veterinarians of Europe (FVE) erstellte Informationsflyer fasst die wichtigsten Biosicherheitsmaßnahmen für Tierhaltungsbetriebe übersichtlich zusammen und gibt praktische Hinweise zur Umsetzung im Betriebsalltag. 

 

 

 

Hinweis

Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung oder behördliche Anordnungen.

Maßgeblich sind stets die aktuell geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie die Anweisungen der zuständigen Veterinärbehörden.

 

 

 

Gut zu wissen

 

Die Maul- und Klauenseuche ist nicht mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit des Menschen zu verwechseln. Dabei handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Erkrankungen, die nicht miteinander in Zusammenhang stehen.