Fütterung

 

Wissenswertes zum Fresstyp der Ziege:

 

Alle Wiederkäuer lassen sich in drei Äsungs- bzw. Fresstypen einteilen. Die Konzentratselektierer, Rehwild und Elche, die überwiegend nährstoffreiche Blätter und Gehölze, nur wenig Gras fressen, die Rauhfutter-Fresser, Rinder und Schafe, die das meiste Futter über grasen aufnehmen und dazwischen gibt es die Intermediär-Typen, Ziegen, Gämse, Wisente, Dam- und Rotwild, die zwischen dem Konzentratselektierer und dem Raufutter-Fresser angesiedelt sind. In Zeiten eines üppigen Nahrungsangebotes selektieren Ziegen gerne ihr Futter und wählen dann Blätter, Sträucher, Rinden, Kräuter, ... und Gras. 

 

 

Kurz, das Wichtigste:

 

Für ein stabiles Pansenmilieu ist Rohfaser das ganze Jahr über immens wichtig. Eine abwechslungsreiche, rohfaserreiche Ration stellt die gesunde Basis der Ziegenfütterung da. Mit ungiftigen Laub, Ästen und Rinden von Sträuchern und Bäumen, einwandfreies, am besten kräuterreiches Heu, gutes Futterstroh (Weizen, Gerste oder Hafer) und Weide, Grassi-/Heulage gestalten Sie die Ration für die Ziege vielfältig und attraktiv. Legen Sie öfters frisches Futter (Heu, Stroh, Gras, ...) vor. Ziegen sind Nascher, sie suchen sich die besten Leckerbissen raus und verwerfen den Rest, wodurch Futterverluste bis zu 30 % entstehen. Zudem wird Futter, das längere Zeit im Stall gelegen und den Geruch angenommen hat, verschmäht. Stellen Sie den Ziegen immer ausreichend frisches Wasser und je nach Herdengröße, mehrere Salz- und Vi-tamin-/Minerallecksteine zur freien Aufnahme zu Verfügung. 

 

Bei der Anzahl an Futterplätzen, ob Rauh- oder Kraftfutter, ist die strenge Rangordnung, der größere Individualabstand der ranghohen Tiere, mit mehr Futterplätzen als Ziegen, einzurechnen. Ein strukturierter Stall mit Unterteilungen, zum Beispiel durch mehrere Heuraufen, Liegebereiche in verschiedenen Höhen, sorgt für mehr Fressruhe, Rückzugsmöglichkeiten und für eine entspanntere Herde.

 

Je nach Leistung der Ziege (Milch-, Fleischleistung; Erhaltungs- oder Mehrbedarf, z. B. bei Wachstum, Trächtigkeit, Laktation), Umgebungstemperatur / Jahreszeit, Gewicht, Größe der Tiere und Bewegung, ist die jeweilige Futterration anzupassen. Futterumstellungen brauchen Zeit, bis sich die Pansenbakterien auf das neue Futter umstellen. Kalkulieren Sie hier 14 Tage dafür ein. Das heißt, "altes" Futter langsam aus-, "neues" Futter langsam einschleichen.

 

Sie können sich z.B. mit Hilfe der 'Gruber Tabelle' oder über www.triesdorf.de oder über www.bhg-schafzucht.de/index.php/hauptmenue/futtrationsrechner oder über die LfL Futter Rationsplanung die Futterration Ihrer Tiere selbst berechnen. Bei Fragen wenden Sie sich an die in Ihrer Region zuständigen Fachberater.

 

 

Kontakt zur Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL):

Institut für Tierhaltung, Tierernährung und Futterwirtschaft

Leitung Dr. Jais Christina

Prof.-Dürrwaechter-Platz 2

85586 Grub - Poing

Telefon: 08161-8640-7300

E-Mail:

Web: www.lfl.bayern.de/ite/index.php

 

Auf der LfL-Homepage finden Sie auch weiteres Wissenswerte zu den Futtermitteln.

 

Die meisten Fachbücher rund um die Ziegen, behandeln unter anderem auch das Thema Fütterung.