Burenziege (BU - 06)

Beschreibung

Die Burenziege ist eine mittel - bis großrahmige, gehörnte Fleischziege, mit langem Rumpf, breiten und gut bemuskelten Körperpartien, ausgeprägter Rippenwölbung und guter Bekeulung. Sie ist kurzhaarig, hat eine weiße Grundfarbe, einen rot-braun bis hellbraun gezeichneten Kopf, dessen Zeichnung bis zum Hals und Brustbereich reichen kann. Eine weiße geschlossene Blesse ist wünschenswert. Nicht erwünscht eine bis in den Nacken durchgehende Blesse sowie weiße Ohren. Pigmentflecken am Körper werden bis zu einer Größe von 10 cm Durchmesser toleriert. Ein einfarbig rotbrauner Farbschlag ist auch zugelassen. Die Hörner beider Geschlechter sollten nicht zu flach gestellt sein, um den Hautkontakt insbesondere bei Böcken zu vermeiden. Geknickte, längsgefaltete oder verdrehte Ohren sind abzulehnen. Der Kopf der Burenziege sollte eine konvexe Form aufweisen mit leichter Ramsnase. Da diese bei älteren Tieren ausgeprägter wird kann es zu einem Überbiß kommen. Hier sind bis zu 5 mm bei einem ausgewachsenen Tier tolerierbar.

Herkunft und Verbreitung

Die Burenziege wurde 1930 in Südafrika aus vorhandenen Ziegenschlägen heraus-gezüchtet. Hierbei kreuzte man auch Ziegenrassen aus Botswana und Namibia ein. 1959 wurde die "Goat Breeder´s Assodation" in Eastern Cape in Südafrika gegründet. Hiermit begann eine starke, kontinuierliche Selektion der Burenziege, bis zum heutigen Typ hin.
Nach Deutschland kam die Burenziege im Rahmen der Verdrängungskreuzung zum Aufbau der Fleischziegenzucht. Die ersten Tiere kamen zufällig lebendig über die Universität Gießen und 1978/1979 über den Zoo "Wilhelma" nach Deutschland. Dieses geschah dann später über Sperma und auch durch Embryonen.

Maße und Gewichte

  Ziegen Böcke
Widerristhöhe (cm) 65 - 80 80 - 95
Gewicht (kg) 70 -85 90 –120

Optimal ist bei Jungziegen eine Rumpftiefe von 50 %, bei älteren Ziegen von 60 % bezogen auf die Körperhöhe.

Leistungen

Die Burenziege ist asaisonal. Bei gutem Management sind dreimalige Ablammungen in zwei Jahren möglich. Mittelrahmige, tiefe Ziegen sind für die Fleischproduktion besonders geeignet, wobei die Lämmer sehr frohwüchsig sind und eine gute Bemuskelung an Keule, Rücken und Schulter entwickeln.
1,8 – 2,0 geborene Lämmer/Lammung. Drillingsgeburten kommen auch häufiger vor! Die täglichen Zunahmen der Lämmer liegen im Bereich von 200 250 g. Einzeltiere erreichen auch weit höhere Zunahmen. Die Ziege zeigt ein ruhiges Temperament bei guter Muttereigenschaft, einschließlich hoher Milchleistung am Anfang der Säugeperiode. Beste Eignung in der Landschaftspflege!

Zuchtziel

Eine voll bemuskelte, kräftige, breite und tiefe Ziege mit langem Rücken und breiten, nicht zu stark abfallenden Becken, einer korrekten Beinstellung mit fester, nicht zu langer Fesselung. Angestrebt wird eine gute Ausbildung des Euters mit nicht zu dicken Strichen. Beistriche sind nicht gewünscht, aber tolerierbar. Angestrebt werden Tiere, die auch bei extensiver Haltung und in der Landschaftspflege gute Zunahmen aufweisen.

Verfolgtes Zuchtziel des Landesverbands bei Burenziegen

Am 23. Februar 2012 fand in Denkendorf eine Besprechung mit den Burenziegenzüchtern statt. Anlaß waren die 2011 festgelegten Kriterien. Diese wurden nach kontroversen Diskussionen jetzt nochmals geändert, um den Züchtern vor allem einen längeren Zeitraum zur Erreichung der gesteckten Zuchtziele einzuräumen. Die Änderungen von Denkendorf wurden in der Ausschußsitzung am 01.03.2012 beschlossen:

  1. Farbzeichnungen: das Ideal sind Tiere ohne Farbflecke hinter der Linie des Widerristes. Farbzeichnungen von einem durchschnittlichen Durchmesser von über 10 cm führen maximal zu Wertklasse 2
  2. Burenziegen sind gehörnt oder selten genetisch hornlos.
  3. Geknickte, längsgefaltene Ohren bedingen einen Zuchtausschluß
  4. Zahnstellung bei Jungböcken und Jungziegen:
    i. Ein leichtes Kratzen wird bei Wertklasse 1 noch toleriert.
    ii. Ein Überbiß bis 2 mm führt maximal zu Wertklasse 2.
    iii. Ein Überbiß zwischen 2 und 5 mm bedingt Wertklasse 3
    iV. Ein Überbiß über 5 mm bedingt Wertklasse 4
    V. Bei Alttieren wird ein Überbiß bis 5 mm toleriert.
  5. Strichstellung und –anzahl bei Ziegen und Böcken (diese Regelung soll nach einer weiteren Züchterbesprechung im Jahr 2014 für die Zeit ab 2016 beschlossen werden):
    i. Das Ideal sind zwei Striche
    ii. Drei oder vier, sauber getrennte Striche führen zu einem Abzug von einem Punkt in der Äußeren Erscheinung
    iii. Starke Verwachsungen der Striche führen zu Wertklasse 4

    Übergangsregelung für 2011 – 2015:
    Wertklasse 1: zwei Striche und ohne Abzug sauber getrennte 3/4 Striche
    Wertklasse 2: leicht verwachsene Striche

Die aktuellen Änderungen vom 23.2.2012 werden wieder im Marktkatalog und in der DSZ veröffentlicht.